Ein Holländer ist mit Raubtieren nach Sonsbeck gezogen. Der Kreis hat das erlaubt. Nun sagt das Gericht "Nein".
Wölfe sind am Niederrhein keine gern gesehenen Gäste. Zumindest dann nicht, wenn sie wie in Sonsbeck in einem privaten Gehege in der Nähe eines Reitbetriebs leben. An der Schwarzen Straße 38 hat der Niederländer Jos de Bruin ein Haus im Grünen gekauft - als Bleibe für seine Familie und zwei Wölfe. Der Kreis Wesel hatte dafür im Dezember die Genehmigung erteilt. Eine Fehlentscheidung.Denn nun hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht entschieden, dass die Raubtiere, die gerade erst eingezogen sind, wieder weg müssen. Nachbar Thomas Kosch hatte sich vor Gericht gegen die Wolfs-Erlaubnis des Kreises gewehrt. Er sieht durch die Tiere von Jos de Bruin seinen Reitbetrieb gefährdet: "Die Pferde haben Angst vor den Wölfen", sagt er. Das Pferd eines Kunden sei vor Aufregung vom Hänger gefallen und sein eigenes Dressurpferd "völlig von der Rolle".
Durchgreifende Prüfung
Wolfshalter Jos de Bruin versteht die Welt im Kreis Wesel nicht mehr. "Ich wäre doch nie hierhin gekommen, wenn ich geahnt hätte, dass es Probleme mit meinen Tieren gibt", sagt er. Deshalb habe er sich nicht nur auf die Genehmigung des Kreises verlassen, sondern vorab bei den umliegenden Häusern in Sonsbeck angeklingelt, um persönlich nachzufragen, ob sie Probleme mit Wölfen haben. "Da hat keiner etwas dagegen gesagt."
Genau diese nachbarschaftlichen Verhältnisse sind jetzt der Knackpunkt: Die Düsseldorfer Juristen sehen das "Gebot der Rücksichtnahme" missachtet. Das hätte der Kreis Wesel vorab nicht "durchgreifend" genug geprüft. Das Gericht hat das nun in einem Eilverfahren nachgeholt: Laut Beschluss vom 16. Januar sind die Wölfe in Sonsbeck eine Beeinträchtigung, die Pferdebesitzer Kosch nicht hinnehmen muss. Der Kreis Wesel muss die Genehmigung wieder zurücknehmen und "die Entfernung der Wölfe vom Gehege" anordnen.
Was auf dem Papier des Verwaltungsgerichts so nüchtern klingt, ist für Jos de Bruin eine kleine Tragödie. "Meine Tiere können nirgendwo hin." Das liegt daran, dass der Niederländer eine Art Anlaufstelle für gestrandete Wölfe ist. Er hat sie, wie er sagt, vor zwei Jahren aus Zoos gerettet. Den weißen Wolf Lupi etwa, der jetzt in Sonsbeck für Aufregung sorgt, hätte der Amsterdamer Zoo getötet, weil er keinen Nachwuchs zeugen konnte.In Holland habe er für sein Engagement Geld vom Staat bekommen. "